Impulse aus unseren Follower-Regionen Gesäuse und Murau – Abschluss der ersten Runde der HAFXchange-Regionaldialoge

Mit dem Regionaldialog unserer steirischen Follower-Regionen Gesäuse und Murau ist die erste Workshoprunde im Rahmen des Lern- und Austauschprogramms HAFXchange zu Ende gegangen. Ziel war es, die Anwendungsfälle für hybride und automatisierte Flotten aus dem Montafon auf ihre Übertragbarkeit zu prüfen und gemeinsam eigene, regionsspezifische Use-Cases zu entwickeln.

Am Workshop nahm eine breit aufgestellte Akteur:innengruppe aus den beiden Regionen Murau und Gesäuse teil, darunter Vertreter:innen von Gemeinden, Tourismusverbänden, regionalen Entwicklungsorganisationen sowie Verkehrsunternehmen (u.a. Steiermarkbahn). Dadurch konnte eine breite Perspektive auf Mobilität, Tourismus und Regionalentwicklung eingebracht werden.

In der Diskussion der HAF-Anwendungsfälle aus dem Montafon zeigte sich, dass insbesondere das “Aktiv-Shuttle” sowie Ansätze mit flexiblen On-Demand-Systemen als Ergänzung des bestehenden öffentlichen Verkehrs auf großes Interesse stießen. Diese Use-Cases wurden als besonders relevant eingeschätzt, da sie sowohl touristische als auch alltägliche Mobilitätsbedürfnisse adressieren können. Auch Ortsshuttle-Ansätze wurden grundsätzlich positiv bewertet, vor allem im Gesäuse wird jedoch die Wirtschaftlichkeit solcher Systeme im Falle geringer Auslastung kritisch gesehen. Als wenig geeignet wurden die “Seilbahnpalette” sowie Anwendungen im Bereich Versorgungssicherheit eingeschätzt, da diese entweder als zu kostenintensiv eingeschätzt werden oder nicht im Zuständigkeitsbereich der teilnehmenden Akteur:innen verortet sind.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurden zwei regionsspezifische Anwendungen entwickelt:

Johnsbach-Shuttle (Gesäuse): Für die Follower-Region Gesäuse wurde ein automatisiertes Shuttle konzipiert, das entlang eines klar definierten Korridors zwischen Admont und Johnsbach betrieben wird. Durch die Kombination aus fixer Achse und flexiblem Pooling-System soll zum einen der Individualverkehr im Nationalpark reduziert, zum anderen aber auch eine bessere Anbindung des Korridors an die Bahn geschaffen werden. Ergänzend übernimmt das System auch Versorgungsfunktionen für abgelegene Gebiete, etwa durch den Transport von Lebensmitteln oder Medikamenten.

„Æltern-Shuttle+“ (Murau): Für die Region Murau mit dem “Æltern-Shuttle+” ein multifunktionales Mikro-ÖV-System für die gesamte Region entwickelt. Im Kern besteht das Konzept darin, dass Fahrzeuge je nach Tageszeit unterschiedliche Aufgaben übernehmen – vom Schüler:innenverkehr am Morgen über touristische Nutzungen und alltägliche Mobilitätsbedürfnisse bis hin zu Abend- und Freizeitverkehren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Unterstützung älterer Menschen bei alltäglichen Erledigungen sowie auf der verbesserten Erreichbarkeit bestehender öffentlicher Verkehrsangebote. Die für die Follower-Region Murau entwickelte Lösung besteht aus einer Kombination von fixen Haltepunkten, On-Demand-Buchung und dynamischer Nachfragesteuerung mit Priorisierung nach Nutzer:innengruppen.

In der abschließenden Reflexion wurde deutlich, dass für die Umsetzung automatisierter Mobilitätslösungen in der Steiermark vor allem die Integration in bestehende Systeme entscheidend ist. Einheitliche Buchungs- und Tarifsysteme, insbesondere im Verkehrsverbund, wurden als zentral genannt. Gleichzeitig stellen die großen Distanzen und zersiedelte Siedlungsstrukturen eine besondere Herausforderung dar, die nur mit ausreichend großen und intelligent gesteuerten Flotten bewältigt werden kann. Positiv hervorgehoben wurden hingegen die guten Voraussetzungen im Bereich Energieversorgung sowie die steigende Akzeptanz gegenüber öffentlichem Verkehr und automatisierten Systemen.

Insgesamt zeigte der Workshop, dass großes Potenzial für innovative Mobilitätslösungen besteht, diese jedoch bestmöglich an die regionalen Gegebenheiten in unseren steirischen Follower-Regionen angepasst und langfristig finanziell abgesichert werden müssen.

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