HAFXchange: Regionaldialog 1 in der Follower-Region Hermagor liefert spannende Ergebnisse
Am 25. Februar 2026 durften wir die erste Runde der Regionaldialoge im Rahmen unseres Lern- und Austauschprogramms „HAFXchange“ in Hermagor eröffnen. Ziel der Workshops ist es, Lösungsansätze für hybride und automatisierte Flotten aus der Forerunner-Region Montafon hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Praxistauglichkeit in den Follower-Regionen zu untersuchen und gemeinsam mit den regionalen Fokusgruppen weiterzuentwickeln. Beim ersten Regionaldialog werden zunächst die im Montafon entwickelten Anwendungsfälle für HAF-Systeme reflektiert, bevor in der Gruppe eine eigene, spezifisch zur jeweiligen Follower-Region passende Anwendung konzipiert wird.
Für die Region Hermagor tauschte sich eine kleine, aber höchst engagierte Gruppe – bestehend aus LEADER-LAG-Manager Friedrich Veider, Thomas Michor von der Gemeinde Weißensee, Franz Patterer vom gleichnamigen Autohaus und Markus Brandstätter vom Tourismusverband NLW Tourismus – mit dem HAF-ALP-TOUR-Team zu den regionsspezifischen Anwendungsmöglichkeiten für hybride und automatisierte Flotten. Als für die Region Hermagor besonders relevante Use-Cases aus dem Montafon wurden das „Orts- und Gästeshuttle“, das „Aktiv-Shuttle“ sowie das Anwendungsszenario „HAF & Ride“ hervorgehoben. Da die Tourismusmobilität in der Region Hermagor zu Spitzenzeiten nicht nur große Verkehrsmengen erzeugt, sondern auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor ist, gibt es ein hohes Interesse an innovativen (und potenziell günstigeren) neuen Angeboten.
Zusätzlich zu den bestehenden Anwendungsfällen aus dem Montafon kristallisierte sich im Regionaldialog ein spezifischer neuer Use-Case für die Region Hermagor heraus:
Nachbarschaftsauto 2.0: Die vorhandenen Erfahrungen aus dem Car-Sharing in der Region Hermagor (FReD im Dorf) werden genutzt, um halbautomatisierte, geteilt nutzbare Fahrzeuglösungen bereitzustellen, die eine ökologischere und ökonomischere Alternative zum Zweit- oder Drittauto darstellen. Zielgruppe des Angebots sind Privatpersonen und Betriebe, wobei in bestimmten Fällen auch Tourist:innen das Angebot als Sekundärnutzer:innen in Anspruch nehmen können. Grundlage des „Nachbarschaftsautos 2.0“ ist ein gemeinsames Autoleasing, das im Paket mit einem passenden Buchungstool angeboten wird. Das Auto kann in einem festgelegten Betriebsgebiet im Free-Floating-Prinzip als klassisches Car-Sharing (mit Lenker:in) genutzt werden. Die Innovation des „Nachbarschaftsautos 2.0“ ist, dass das Fahrzeug Fahrten auf bestimmten Routen selbstständig tätigen kann – etwa von und zu einem zentralen Ladepunkt, zum Bahnhof, zu einem touristischen Angebot oder einem Betrieb. Das zulässige Betriebsgebiet für das „klassische“ Car-Sharing sowie die Routen, auf denen automatisierte Leerfahrten möglich sind, werden zusammen mit Nutzungsbestimmungen („Fair-Play-Regelung“) in einem Rahmenvertrag festgehalten. Möglich ist darüber hinaus, gemeinsam fixe Zeitslots zu definieren, an dem das Fahrzeug automatisiert zu einem Abholpunkt fährt, also zum Beispiel genau zur Ankunftszeit von Pendler:innen- oder Schüler:Innen-Zugen vor Ort am Bahnhof ist.
Bei den Überlegungen zu den Anwendungsmöglichkeiten für HAF-Flotten in der Region Hermagor spielten die technischen Möglichkeiten und gesetzlichen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Die regionale Fokusgruppe war sich einig, dass für die weitere politische Diskussion zu automatisiertem Fahren vorerst kurze, klar definierte Strecken und anfangs hauptsächlich Leerfahrten in Betracht gezogen werden sollen – in diesem Szenario fahren die autonomen Fahrzeuge zunächst noch ohne Insassen.